Geografische Lage

Gohr ist ein Straßendorf an der Bundesstraße B 477, die von Neuss über Rommerskirchen in die Eifel verläuft. Der westlichste Stadtteil der Stadt Dormagen mit rd. 2.300 Einwohnern liegt auf einem Ausläufer der Ville an einer Bruchkante zu einem alten Rheinmäander. Es ist der höchstgelegene Stadtteil Dormagens. Das Gebiet um die Ortschaften Gohr und Broich ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Geschichte

Funde aus der Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit und Bronzezeit lassen nachweislich auf eine frühe Besiedlung schließen. Aus der römischen Zeit konnten mehrere Weihesteine entdeckt werden. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Gohr eine Jülicher Enklave im kurkölnischen Gebiet. Der Name Gohr wurde ursprünglich mit einem harten "G" gesprochen und leitet sich von dem Wort Chor ab, das heute noch in den Bezeichnungen Chorbusch und Chorweiler vorhanden ist und soviel wie Sumpfsiedlung bedeutet. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen den Ort. Es entstand die Commune Gohr, die zur Mairie Nettesheim im Kanton Dormagen im Arrondissement Köln gehörte.

In der preußischen Zeit gehörte Gohr bis 1870 als selbständige Gemeinde zur Bürgermeisterei Nettesheim. 1870 wechselte die Gemeinde zur Bürgermeisterei Nievenheim. Im Jahre 1975 wurde sie in die Stadt Dormagen eingemeindet. 1986 war Gohr Kreissieger im Kreiswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. 1987 gab es im Landeswettbewerb Bronze.

Aus der Vereinsgeschichte des SuS DJK 1930 Gohr e.V.

Die Geschichte des SuS DJK 1930 Gohr e.V. gleicht in etwa dem Lebenslauf vieler anderer Vereine. Aus kleinsten Anfängen heraus entwickelte sich aus dem damals verpönten Tun, nämlich Fußballspielen, auch in Gohr der SuS zu einer nicht mehr wegzudenkenden Freizeitgestaltung.

1930 (wahrscheinlich am 20.06.) trafen sich im Lokal Heinrich Bach die ersten Personen zur Gründung ein. Es ließ sich in unserem damals noch kleinen Ort Gohr nicht lange verheimlichen, dass nun auch hier einige "verröckte und dolle Boschte" hinter einem Ball herliefen und ihn mit Füßen trafen . Diese Kennzeichnung unserer fußballbegeisterten Jugend war nun in jenen Tagen einmal üblich. Sie tat indes der Begeisterung keinen Abbruch; wahrscheinlich sogar führte dieses Abwerten dazu, dass sich die Fußballjugend enger zusammenschloss, um den Widerständen besser begegnen zu können.

Die Dorfjugend bewunderte Breitmars Pitter, der am besten bolzen konnte. Es waren unsere Gründer, junge Burschen, die sich dem Fußballsport verschworen hatten und ihn mit wachsender Liebe und Begeisterung pflegten. Erster Vorsitzender und Gründer des SuS DJK Gohr war Johannes Deutsch, nachdem er bereits 1920 mit den Sportprälaten Carl Mosters und Ludwig Wolker die Deutsche Jugendkraft in Würzburg gegründet hatte. Johannes Deutsch war am 13.April 1881 als Spross einer alten Lehrerfamilie in Gohr geboren.

Bald nach der Gründung zog halb Gohr zu den Spielen der näheren Umgebung. Die Gohrer wurden bald gefürchtete Gegner. Über 80 Jahre sind es nun schon her, dass man den SuS DJK Gohr aus der Taufe hob.

Die stürmische Entwicklung unseres Vereins fand durch die politischen Umbrüche im Jahre 1933 ihre jähe Unterbrechung. Durch die Auflösung der Deutschen Jugendkraft im Jahre 1933 und Ausbruch des II. Weltkrieges wurde auch der SuS DJK Gohr nicht verschont. Hierdurch kam der Spielbetrieb zum Erliegen. Zwar wurde in der Folgezeit noch immer Sport betrieben. Von einem geregelten Spiel- und Sportbetrieb konnte jedoch keine Rede mehr sein.

Schwer war der Wiederbeginn. Gleich nach der Rückkehr der meisten Mitglieder aus Krieg und Gefangenschaft wurden mehrere Versammlungen wegen Wiederaufnahme des Spielbetriebs einberufen. Um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, musste man bis zum Jahre 1953 warten, da der SuS DJK Gohr keinen Sportplatz vorweisen konnte. Die ungebrochene Lebenskraft führte im Dezember 1953 nun jedoch dazu, dass neues Leben aus den Ruinen wuchs. In erster Linie sind hier Pfarrer Karl Küffler, die Sportkameraden Heinrich Bach, Willi Patten, Peter Peters und Willi Becker zu nennen. Obwohl zahlreiche Sportkameraden gefallen waren, hielten die Überlebenden und einige junge Burschen das Fähnlein des Vereins hoch, führten ihn auf der Generalversammlung am 22.12.1953 im Lokal Heinrich Bach zu neuen Höhen und gaben auch in der Folgezeit einer zahlenmäßig nicht zu erfassenden Vielzahl von Menschen Gelegenheit zu sportlicher Betätigung.

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